Schützt vor Parodontitis und Karies: Die Prophylaxe

Heutzutage stellen Parodontitis und Karies die häufigsten Erkrankungen für Zähne und Zahnfleisch dar. Ausgelöst werden sie durch einen bakteriellen Zahnbelag in den Zahnfleischtaschen oder auf der Zahnoberfläche. Zu den wichtigsten und effektivsten Vorbeugemaßnahmen gegen Zahn- oder Zahnfleischerkrankung zählt die professionelle Zahnreinigung (PZR). Wir begleiten Sie Schritt für Schritt hin zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit Ihrer Zahngesundheit und helfen Ihnen dabei, Ihre Mundpflegegewohnheiten zu optimieren.

 

Prophylaxe bei:


Als erste Zähne erscheinen bei den Babys fast immer die mittleren Schneidezähne, meistens zwischen dem sechsten und achten Monat. Danach folgen im Regelfall die Eckzähne (12. bis 16. Monat) und in mehrmonatigen Abständen die Milch-Backenzähne. Ungefähr im Alter von zweieinhalb bis drei Jahren ist das Milchzahngebiss vollständig. Milchzähne erfüllen viele wichtige Aufgaben: sie helfen beim Kauen und Sprechen und sie dienen als Wegbereiter und Platzhalter für die bleibenden Zähne.

Jetzt tritt eine Pause ein, bis etwa zum 6. Lebensjahr. Dann beginnt der „Zahnwechsel“ Zuerst kommen 4 neue neuer Zähne dazu, jeweils hinter den letzten Backenzähnen, die „Sechsjahrmolaren“. Die kommen manchmal unbemerkt; brauchen aber jetzt die ganze Pflege. Danach fallen die ersten Milchzähnchen aus und die Bleibenden kommen nach. Meist sind dies zuerst die Schneidezähne, gefolgt von den kleinen Backenzähnen. Mit etwa 12 Jahren ist der Zahnwechsel abgeschlossen, beim einen Kind früher, beim Anderen später, das ist ganz normal.
Um etwa 18 Jahre kommen bei vielen nochmal Zähne, die Weisheitszähne.


Zahnpflege
Mit dem Durchbruch des ersten Milchzahnes sollten die Eltern beginnen, die Zähne ihres Kindes täglich zu putzen. Die geeignete Zahnbürste ist sehr weich und auf die Bedürfnisse von Kleinkindern abgestimmt.

Eine erbsengroße Menge Kinderzahncreme mit reduziertem Fluoridgehalt (0,05% oder 500ppm) sollte einmal täglich verwendet werden. Ab dem 2. Lebensjahr wird die fluoridhaltige Kinderzahncreme zweimal täglich verwendet.

Nur durch eine regelmäßige Zahn- und Mundhygiene erlernen die Kinder das selbstverständliche und selbständige Mundhygieneverhalten.

Im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren, sobald erste motorische Fähigkeiten ausgebildet sind, kann das Kleinkind spielerisch an die selbständige Zahnpflege herangeführt werden.

Erst im Grundschulalter, ungefähr ab dem zweiten Schuljahr, ist das Kind motorisch in der Lage, sich selbstständig die Zähne zu reinigen. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Eltern Nachputzen. Es empfiehlt sich aber auch weiterhin die Mundhygiene zu kontrollieren. Der zusätzliche Einsatz von Zahnseide kann sinnvoll sein, wenn die Zahnzwischenräume sehr eng oder schwer zugänglich sind.

Zusätzliche Maßnahmen, wie Mundwasser, sind in der Regel bei Kindern nicht notwendig. Mundspüllösungen - insbesondere mit Fluoriden - werden bei einem hohen Kariesrisiko vom Zahnarzt gezielt ab dem sechsten Lebensjahr empfohlen.

Der Einsatz einer elektrischen Zahnbürste kann motivierend wirken. Eine gute Zahn- und Mundhygiene sollte aber auch mit einer Handzahnbürste beherrscht werden. Die Benutzung der Handzahnbürste vermittelt die manuellen Fähigkeiten und auch die notwendige Systematik für den Gebrauch einer elektrischen Zahnbürste. ( Bundeszahnärztekammer)


Zahnarztbesuch
Es ist sinnvoll, sich schon während der Schwangerschaft beim Zahnarzt über die Zahn- und Mundhygiene bei Säuglingen und Kleinkindern, über zahngesundes Ernährungsverhalten und den Einsatz von Fluoriden zu informieren.
Der erste Besuch des Babys beim Zahnarzt sollte dann frühzeitig, spätestens nach dem Durchbruch des ersten Milchzahnes im ersten Lebensjahr erfolgen. Danach empfiehlt sich ein regelmäßiger, halbjährlicher Besuch beim Zahnarzt.
Welche Termine notwendig sind, hängt vom individuellen Erkrankungsrisiko ab und wird durch den Zahnarzt in Abstimmung mit den kinderärztlichen Untersuchungen (gelbes Kinderuntersuchungsheft) festgelegt. Ein entspanntes und spielerisches Heranführen an die Situation in der zahnärztlichen Praxis schafft eine gute Vertrauensbeziehung. Ängste werden so abgebaut oder können erst gar nicht entstehen. Bitte verwenden Sie daher einen positiven Sprachgebrauch bezüglich des Besuchs und vermeiden Sie Worte wie: du brauchst keine Angst haben oder es wird gar nicht schlimm.

Wir nehmen uns ausreichend Zeit um die kleinen Patienten an die Situation im Sprechzimmer zu gewöhnen Die Untersuchungen sowie die Aufklärungs- und Übungsmaßnahmen zur Mundhygiene werden kindgerecht in einer positiv gestalteten Atmosphäre ablaufen. Die Kontrolle muss nicht zwingend auf dem Behandlungsstuhl vorgenommen werden.


zahnärztliche Prophylaxe
zur zahnärztlichen Prophylaxe gehört vor allem:

• die Unterstützung beim Erlernen der richtigen Zahn- und Mundhygiene und die Kontrolle des Übungserfolgs

• die Information über den Einsatz von Fluoriden und seine Bedeutung

• die Besprechung von Ernährungsgewohnheiten, insbesondere den Einsatz der Nuckelflasche

• Hilfe beim Aufspüren von schädlichen Ursachen die zur Schädigung der Zähne und ihrer Entwicklung führen können

• frühzeitiges Erkennen und Bewerten von Zahnstellungs- und Bisslagefehler und deren Gründe

• Hilfe bei Ihren weiteren Fragen.


Putztechnik: Wie reinige ich meine Zähne am besten?

Kennen Sie KAI?
KAI steht für "Kaufläche", "Außen" und "Innen". In dieser Reihenfolge sollten Sie Ihre Zähne putzen:

1. Beginnen Sie damit, dass Sie die Kauflächen Ihrer Zähne links und rechts, im Ober- und im Unterkiefer putzen.
2. Reinigen Sie dann alle Außenflächen: Von hinten links bis hinten rechts und im Ober- und Unterkiefer.
3. Dann putzen Sie in der gleichen Weise die Innenflächen.

Lehr-Video

Zahnbürsten

Elektrisch oder Manuell?
Vorteil der elektrischen Zahnbürste: 15 Prozent höhere Reduktion des Zahnbelags im Vergleich zur Handzahnbürste.

Zahnpasten
Gute Kariesprophylaxe muss nicht teuer sein. Stiftung Warentest stellte fest, dass auch günstige Pasten gut sein können. Entscheidend für die Qualität ist vor allem, dass die Pasten ausreichend Fluorid enthalten. Wir empfehlen mindestens 1450 ppm (Parts per Million = Teile von einer Million). ACHTUNG: Pasten mit aggressiven Putzkörpern für weiße Zähne können den Zahn bei freiliegenden Zahnhälsen oder Rillen und Furchen beschädigen.

Pflegeprodukte
70% der Karies entsteht in den Zahnzwischenräumen. Wer nur die Zahnflächen bürstet und die Zwischenräume ausspart, riskiert Karies und Zahnfleischentzündungen. Zahnseide und Interdentalbürste sollten zur täglichen Zahnpflege unbedingt dazugehören.


Professionelle Zahnreinigung
Die professionellen Zahnreinigungen werden in unserer Praxis von unseren geschulten Prophylaxefachkräfte durchgeführt. Sie dauert etwa eine Stunde und sollte je nach Erkrankungsrisiko zwei bis viermal im Jahr durchgeführt werden.

Ablauf der PZR:
1. Gründliche Untersuchung der Zähne und des Zahnfleisches.

2. Reinigung: Mit speziellen Geräten werden zunächst alle harten und weichen Beläge von Zahnkronen und -hals, vom Zahnfleischsaum und aus den Zahnfleischtaschen beseitigt. Farbbeläge auf den Zähnen, etwa durch Kaffee und Nikotin, können ebenso durch die Behandlung verschwinden.

3. Polieren: Die Zähne werden poliert und zum Schutz vor Karies mit Fluoridlack versiegelt.

Nach der Zahnreinigung erhalten Sie Hinweise für die Zahnpflege zu Hause. Wir informieren Sie über die für Sie richtige Putztechnik und zeigen Ihnen Ihre „Schwachstellen“ im Mund.

Fissurenversiegelung
Die Kauflächen der Backenzähne bestehen aus einem System feinster Rillen und Furchen. Diese nennt man Fissuren. Sind die Fissuren ungünstig ausgeprägt, so können hier Speisereste und damit auch kariesauslösende Bakterien zurückbleiben die auch durch Zähneputzen nicht zu entfernen sind.

Wir bieten an, diese Fissuren zu verschließen und mit einem speziellen Kunststoff zu füllen. Die Kariesanfälligkeit der Kauflächen kann so um 70 bis 90 Prozent verringert werden.


Beim Sport solltes die Zähne und die Kiefergelenke besonders geschützt werden. Umfangreichen Schutz bietet ein individuell angefertigter Sportmundschutz den wir perfekt an Ihre Zähne oder Zahnspange anpassen.


Behandlung
Zu Beginn einer Schwangerschaft empfehlen wir Ihnen einen Untersuchungstermin in unserer Zahnarztpraxis. Während der Schwangerschaft sollten – ausgenommen Prophylaxemaßnahmen – nur zwingend erforderliche Zahnbehandlungen durchgeführt werden.

Röntgen
Röntgendiagnostik sollte bei schwangeren Patientinnen nur bei zwingender Notwendigkeit und in Absprache mit dem Gynäkologen durchgeführt werden.

Zahnfleischprobleme
Durch die Hormonumstellung während der Schwangerschaft verändert sich auch das Zahnfleisch. Die Durchblutung nimmt zu und ist dadurch weicher und evtl. auch leicht angeschwollen. Bakterien können so schneller ansiedeln und Entzündungen verursachen. Die Folge kann eine Schwangerschaftsgingivitis sein (vermehrtes Zahnfleischbluten ist oft das erste Anzeichen hierfür).

Intensive Mundpflege ist deshalb umso wichtiger. Für die Reinigung der Zähne empfiehlt sich eine weiche Zahnbürste. Mit Zahnseide oder Interdentalbürsten sollten besonders die Zahnzwischenräume gepflegt werden.

Studien zeigen, dass unbehandelte Entzündungen des Zahnhalteapparates das Risiko einer Frühgeburt erhöht. Es ist deshalb besonders wichtig, frühzeitig in der Zahnarztpraxis prüfen zu lassen, ob möglicherweise eine Parodontitis besteht.

Erbrechen
Sollten Sie sich übergeben müssen, bitte nicht sofort anschließend die Zähne putzen! Durch den Kontakt mit der Magensäure ist der Zahnschmelz oberflächlich aufgeweicht und kann durch das Putzen geschädigt werden.

Besser: Nach dem Erbrechen ausgiebig mit einem fluoridhaltigen Mundwasser spülen, um den Schmelz wieder zu härten.

Ernährung und Kariesrisiko
Veränderte Essgewohnheiten während der Schwangerschaft können dazu beitragen, dass das natürliche Gleichgewicht der in der Mundhöhle vorkommenden Bakterien gestört wird. Vermeiden Sie deshalb Süßigkeiten als Zwischenmahlzeiten. Besser ist es, die Süßigkeiten zu den Hauptmahlzeiten zu essen und circa eine halbe Stunde später die Zähne zu putzen. Ab der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche entwickeln sich bereits die Zahnleisten Ihres Kindes. Deshalb spielt in der Schwangerschaft die ausgewogene Ernährung nicht nur für Sie, sondern auch für Ihr Kind eine wichtige Rolle.

Mit einer gesunden Ernährung, die ausreichend Kalzium, Vitamin D und Fluorid enthält, schaffen Sie eine gute Zahnsubstanz bei ihrem Kind. Nehmen Sie viel Gemüse, Salat und Obst, Vollkornprodukte, fettarme Milch und Milchprodukte zu sich. Dazu magere Fleischwaren und etwa zwei Mal pro Woche Fisch. Was sollte bei Zahnschmerzen in der Schwangerschaft beachtet werden?

Zahnschmerzen in der Schwangerschaft sollten nur nach Rücksprach mit den Gynäkologen und dann am besten mit Paracetamol behandelt werden, dies gilt in der Schwangerschaft als am verträglichsten.

 

Video-Erklärung

 

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